Fleischalternativen: Konsum steigt, Produktion stagniert

Erfolg für Verbraucher, Warnsignal für die Politik

Die Inlandsproduktion von Fleischalternativen ist laut Statistischem Bundesamt 2025 leicht gesunken, während der Konsum steigt. ProVeg-Geschäftsführer Matthias Rohra beurteilt die aktuellen Zahlen wie folgt:

Statement von Matthias Rohra, Geschäftsführer der Ernährungsorganisation ProVeg in Deutschland

„In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Produktion von vegetarischen und rein pflanzlichen Fleischalternativen in Deutschland mehr als verdoppelt. Der leichte Rückgang der Inlandsproduktion um 1,2 Prozent stellt diesen langfristigen Trend keineswegs infrage.1

Der YouGov Consumer Index zeigt zugleich, dass die Menge der verkauften Fleischalternativen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2025 sogar um 3,9 Prozent gestiegen ist. Die Verbraucher fragen die Alternativprodukte also nach. Gerade traditionelle und naturnahe Fleischalternativen wie Tofu und Falafel verzeichnen im Handel aktuell ein enormes Mengenwachstum von über 20 Prozent.2 Hersteller konnten den Tofu-Bedarf zuletzt kaum decken.3 4

Durch sinkende Preise steigen die Absätze stärker als die Umsätze. Gleichzeitig sinkt auch die Hürde für den Erstkauf und pflanzliche Alternativen werden für die breite Mitte der Gesellschaft bezahlbar. ProVeg wertet diese Entwicklung als Erfolg für die Verbraucher. Sie deckt sich mit den Ergebnissen der ProVeg-Preisstudie, wonach ein pflanzlicher Warenkorb 2025 hierzulande im Schnitt erstmals günstiger gewesen ist als sein tierisches Pendant.

Dennoch stagniert die heimische Produktion, während der Konsum im Handel wächst. Das ist ein klares politisches Warnsignal. Der Expertenrat für Klimafragen hat gerade erst bestätigt, dass es der Bundesregierung an konkreten Plänen zur Förderung des heimischen Anbaus von Eiweißpflanzen fehlt.5 Wer Wertschöpfung im Land halten und Landwirten eine zukunftssichere Perspektive geben will, muss nun zügig konkrete Instrumente zur Marktstärkung ausgestalten, denn deutsche Landwirte brauchen Verlässlichkeit.“

Quellen

  1. Vgl. Statistisches Bundesamt (2026): Nach jahrelangem Anstieg: Fleischersatz-Produktion sinkt 2025 um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr – 124 900 Tonnen Fleischersatzprodukte im Wert von 632,6 Millionen Euro, Pressemitteilung vom 18.05.2026. Online unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_N033_42.html
  2. Vgl. YouGov (2025): Auf schmalem Grat: Das Marktgeschehen 2025 und die Aussichten auf 2026 für FMCG und LEH – Consumer Index 12/2025, veröffentlicht am 02.02.2026. Online unter: https://yougov.com/de-de/reports/54086-auf-schmalem-grat-das-marktgeschehen-2025-und-die-aussichten-auf-2026-fr-fmcg-und-leh
  3. Vgl. Lebensmittel Zeitung (2026): Engpässe: Tofu-Regale im Handel stehen leer, veröffentlicht am 08.05.2026. Online unter: https://www.lebensmittelzeitung.net/industrie/nachrichten/engpaesse-tofu-regale-im-handel-stehen-leer-190939
  4. Vgl. Lebensmittel Zeitung (2026): Wachstumsmarkt: Tofu-Absatz legt kräftig zu, veröffentlicht am 19.02.2026. Online unter: https://www.lebensmittelzeitung.net/industrie/nachrichten/wachstumsmarkt-tofu-absatzlegt-kraeftig-zu-189515
  5. Vgl. Tagesspiegel Background (2026): Prüfbericht: Eiweißpflanzen als Klimaretter? Experten zweifeln an Regierungsplan, veröffentlicht am 19.05.2026. Online unter: https://background.tagesspiegel.de/agrar-und-ernaehrung/briefing/eiweisspflanzen-als-klimaretter-experten-zweifeln-an-regierungsplan

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