Matthias und Jacqueline Bär machten beide ihre Ausbildung in der Metzgerei Bär in Sulzbach-Rosenberg, einer Kleinstadt in der Oberpfalz. Eigentlich sollte Matthias den Familienbetrieb fortführen, doch das Paar wählte einen neuen Weg. Aus dem Betrieb heraus gründete es das Start-up JackFood. Die beiden zeigen täglich, dass die pflanzliche Küche auch in ländlichen Gebieten viel Zuspruch erhält.
Von der traditionellen Metzgerei zur pflanzlichen Küche
Jacqueline begann 2005 ihre Ausbildung in der Metzgerei Bär. Sie hatte selbst noch nie viel Fleisch gegessen und testete sich oft durch das pflanzliche Sortiment im Supermarkt. Die Produkte überzeugten sie jedoch nicht. Als die Zulieferer der Metzgerei immer mehr pflanzliche Proteine vorstellten, wuchs die Neugier im Betrieb. Kurzerhand entschieden sich Jacqueline und Matthias für ein Experiment. Sie wollten sich selbst an der Herstellung pflanzlicher Alternativen ausprobieren.
Ein 10-Kilo-Zufall verändert die berufliche Zukunft
„Wir wollten das einfach mal für uns ausprobieren“, erinnert sich Jacqueline. Sie waren auf Anhieb begeistert vom selbst gemachten pflanzlichen Aufschnitt. Nur hatten sie eine viel zu große Menge hergestellt. Ihre 1. Charge betrug direkt 10 Kilogramm. Für den Eigenbedarf war das zu viel. Um keine Lebensmittel zu verschwenden, verschenkten sie den pflanzlichen Aufschnitt an der Metzgertheke. Diese Entscheidung lenkte ihre berufliche Zukunft in neue Bahnen.
Unerwartet erfolgreich: Zuspruch aus der Kleinstadt
Der pflanzliche Aufschnitt kam in der Kleinstadt erstaunlich gut an. Die Kundschaft war neugierig auf die neuen Produkte. Das Feedback war ausgesprochen gut. Diese Erfahrung weckte in Jacqueline und Matthias den Ehrgeiz. Sie wollten unbedingt weitermachen. Die beiden begannen, pflanzlichen Aufschnitt für den Verkauf zu produzieren und richteten in der Metzgerei eine Ecke für pflanzliche Produkte ein. JackFood war geboren. Ein Großteil der Kundschaft der Metzgerei war sehr aufgeschlossen. Einige kauften sogar nur noch pflanzlichen Aufschnitt.
Der pflanzliche Leberkäse sorgt für Aufmerksamkeit
Das Paar testete fleißig weitere Produkte auf Basis von Weizeneiweiß, Erbsen- beziehungsweise Sonnenblumenprotein. Darunter ein pflanzlicher Leberkäse, der für einen echten Ansturm sorgte. „Durch den Leberkäse sind unglaublich viele Zeitungen und kleinere Fernsehteams auf uns aufmerksam geworden“, erzählt Jacqueline. „Dadurch wurden wir in unserer Gegend echt bekannt.“ Manche Kund:innen sind von weit her angereist, um die pflanzlichen Leberkässemmel zu testen. „Ein Kunde ist mit dem Fahrrad 3 Stunden zu uns gefahren, um sich das anzuschauen“, erinnert sich Jacqueline strahlend.
JackFood: Mutige Entscheidung für neue Wege
Die Nachfrage stieg weiter und schlug so hohe Wellen, dass Jacqueline und Matthias sogar 3 Jahre lang „White-Label-Produkte“* für Unternehmen in München und Hamburg produzierten. Zudem begannen sie, ihre Produkte über die Website der Metzgerei Bär deutschlandweit zu versenden. Als Matthias’ Eltern 2025 in den Ruhestand gingen, entschied sich das Paar gegen die Fortführung der Metzgerei und dafür, JackFood weiter auszubauen.
Große Wertschätzung für Handwerkskunst
Während Discounter den Markt mit großen Chargen und unschlagbaren Preisen dominieren, geht JackFood einen anderen Weg. Das Start-up setzt bewusst auf handwerkliche 34-Kilogramm-Chargen. Zwar stehen die beiden dafür länger an den Maschinen, doch die Kundschaft dankt es ihnen. „Wir bekommen so viel Wertschätzung für das, was wir tun. Das ist unglaublich und zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht“, freut sich Jacqueline.Die Geschichte von JackFood zeigt deutlich: Pflanzliche Ernährung ist schon lange kein Großstadt-Hype mehr. Auch in ländlichen Gebieten ist die Neugier auf die pflanzliche Küche groß. Jacqueline und Matthias haben für sich die richtige Strategie gefunden, um die Nachfrage zu bedienen.
Handwerk in der Manufaktur JackFood (Bilder: JackFood)
Die Suche nach Vertriebspartnern
Trotz des Erfolgs steht das Start-up vor einigen Herausforderungen. Die Entwicklung neuer Produkte erfordert Geduld. An einer aktuellen Rezeptur feilt das Team bereits seit fast 2 Jahren. Es investiert viel Zeit, um den eigenen hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Zudem bleibt der Einstieg in den klassischen Handel schwer. Viele etablierte Vertriebspartner zeigen sich noch zurückhaltend. JackFood sucht daher kontinuierlich nach neuen Partnern, um so vielen Menschen wie möglich zu zeigen, wie lecker die pflanzliche Küche schmeckt.
Von der Oberpfalz nach ganz Deutschland
Für die Zukunft hat das Paar eine kühne Vision: „Unser Ziel ist ganz klar Wachstum“, betont Jacqueline. „Unsere Produkte sollen auf so vielen Tellern wie möglich landen.“ Dennoch möchten sie den persönlichen Bezug zu ihrer Kundschaft nicht verlieren. „Ein kleiner Betrieb ist wunderschön. Ich liebe den Austausch mit unseren Kund:innen. Wir wollen unbedingt so bodenständig bleiben wie jetzt.“ Das gesamte Sortiment des Start-ups, von der pflanzlichen Weißwurst bis zum Pulled BBQ, ist deutschlandweit im JackFood-Onlineshop** erhältlich.
Du entwickelst auch ein pflanzliches Produkt und wünschst dir Support? Dann melde dich gerne bei uns. Wir stehen Unternehmen beratend zur Seite und greifen dabei auf eigene Marktforschungsdaten, einen umfangreichen Erfahrungsschatz und ein Netzwerk aus kompetenten Partnern zurück.
* White-Label-Produkte sind Produkte eines Herstellers, die unter dem Namen eines anderen Unternehmens oder Händlers verkauft werden, statt unter der eigenen Marke.
** Beim Klicken des Links verlässt du die ProVeg-Website.











